#Digitallife

Hassrede im Internet

3#Ichhassedich

program overview

PITT

3.2 Unterrichtsplanung

01
Thema der Einheit im Gesamtgefüge der Unterrichtsreihe
  • Thema der Unterrichtsreihe: #digitallife
  • Thema der Einheit: #ichhassedich – Hate Speech und Wutkommentare in Film, Musik und sozialen Netzwerken
  • Schwerpunkt(e) der Einheit: Gewaltpotenziale von Sprache identifizieren und Sprache präventiv gegen Gewalt einsetzen
  • Die Einheit ist modular verwendbar und anschlussfähig an alle weiteren Einheiten der Unterrichtsreihe
Modul     #keinfilter
    #ichhassedich
    #bewegteballaden
    #gamebasedlearning
    #gemeinsamlesen

02
Bedingungsanalyse
  • Lerngruppe: 6C und 6G – cours de base und cours avancé.
  • Raum: Präsentationsmöglichkeit in Form eines Beamers. Nach Möglichkeit verschiedene Räume, damit die Gruppen jeweils ungestört arbeiten können.
  • Equipment: Ein Tablet oder Notebook pro Schülergruppe, Microsoft Teams und/oder Padlet.
  • Die SuS benötigen keine Vorkenntnisse zum Thema der Einheit.
  • Zeit: eine Doppelstunde.
03
Sachanalyse

Luxemburgische Schüler sind im europaweiten Vergleich überdurchschnittlich oft Mobbing in der Schule ausgesetzt: Unter den 15-jährigen Mädchen liegt der Anteil mit zwölf Prozent an zweiter Stelle in der EU, bei den 15-jährigen Jungen ist der Anteil mit neun Prozent etwas geringer, liegt jedoch noch immer über dem Durchschnitt (Heintz et al. 2018). Auch eine Vergleichsstudie zu Cyberbullying in den BeNeLux-Ländern kommt zu dem Ergebnis, dass luxemburgische Schülerinnen und Schüler einerseits seltener körperlicher Gewalt in Schulen ausgesetzt sind als Schülerinnen und Schüler in Belgien oder den Niederlanden. Betreffend die Erfahrung von Bullying liegt der Anteil mit 36,7 Prozent im Fondamental und 9,5 Prozent im Secondaire in Luxemburg jedoch vor den anderen Ländern (Steffgen et al. 2018).

Den jeweiligen Schulen ist es dabei selbst überlassen, Präventions- und Interventionsmaßnahmen zu organisieren (vgl. ebd.; str 2020). Fortbildungen zum Umgang mit Mobbing und Bullying für Lehrpersonal werden auch über das IFEN angeboten, weiterhin finden sich ausführlichere Materialiensammlungen online (vgl. das Projekt BEE SECURE).

Thematische Unterrichtseinheiten, die das Thema im Rahmenlehrplan für Luxemburger Sekundarschulen verankern und fächerübergreifend ausarbeiten, existieren darüber hinaus jedoch noch nicht. Der Fokus von zumeist unterrichtsexklusiven Interventionsprogrammen liegt dann zuvörderst auf Akutmaßnahmen und vereint multimodale Vorgehensweisen, um den vielfältigen und diffusen Phänomenen von Mobbing und (Cyber-)Bullying über Schul- und Elternarbeit sowie personenzentrierten Maßnahmen zu begegnen und zeitnah eine Lösung herbeizuführen (vgl. etwa den No-Blame-Approach sowie die Materialien im Anhang dieser Einheit).

Hate Speech – „Hassrede“ – als Instrument und bedingender Faktor von Mobbing und Bullying bleibt dabei jedoch meist ausgespart. Unter Hate Speech wird „eine kommunikative Ausdrucksform in der Öffentlichkeit mit Botschaftscharakter (z. B. Schrift, Sprache, Videos) [verstanden], die absichtlich Ausgrenzung, Verachtung und Abwertung bestimmter Bevölkerungsgruppen fördert, rechtfertigt oder verbreitet und durch die diese in diskriminierender Weise in ihrer Würde verletzt, herabgesetzt oder gedemütigt werden“ (Bilz et al. 2018). Dabei könnten gerade Schulen als demokratiebildende Instanzen durch angemessene Kompetenzvermittlung Hassrede entgegenwirken (vgl. Schubarth 2019). Die Ausbildung eines reflektierten Umganges mit Sprache obliegt dabei selbstverständlich nicht nur den Sprachenfächern, sondern gestaltet sich idealerweise als fächerübergreifendes Projekt zur gemeinsamen Gestaltung der Schulkultur, auch und gerade in Verbindung mit den Ansprüchen von Fächern zur politischen und ethischen Bildung vor dem Hintergrund von Mehrsprachigkeit und kultureller Diversität in Luxemburg. Andererseits kommt gerade den Sprachenfächern eine primäre und eminent wichtige Bedeutung zu, die über den präventiven Charakter für ein gewaltfreies Zusammenleben in der Schule hinausreicht in den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien und die Ausbildung demokratischer Handlungskompetenz im Allgemeinen.

Zu einem derart reflektierten Umgang gehört weiterhin das unvoreingenommene Hinterfragen von Hassrede im Sinne einer Analyse daraufhin, wie Hate Speech und Free Speech zusammenhängen und in welchem Rahmen einseitig orientierte Programme zur Vermeidung von Hate Speech und Wutkommentaren die freie Meinungsäußerung behindern oder zensieren.

04
Didaktische Analyse
a. Bezug zum Rahmenlehrplan und Vorwissen der Lerngruppe

Diese Unterrichtseinheit legt den Schwerpunkt auf Kommunikation und sprachliche Interaktion und lässt sich generell flexibel nutzen, etwa um nachfolgende Einheiten oder Sequenzen der Kompetenzbereiche Sprechen, Reden und Zuhören (6C und 6G) sowie Texte schreiben (6G) bzw. schriftliche Produktion (6C) anzubahnen und zu vertiefen. Für eine vertiefende Sprachreflexion und den Kompetenzerwerb im Bereich der Kommunikation sollten Vorwissen und Praxiserfahrungen in beiden Kompetenzbereichen bereits verfügbar sein.

Vorwissen und Einbettung im fächerübergreifenden Unterricht

Die Unterrichtseinheit ist anschlussfähig an die Kompetenzbereiche des schulform-übergreifenden Rahmenlehrplans Leben und Gesellschaft/Vie et Société des Enseignement Secondaire. Vorbereitend kann hier das Thema Soziale Netzwerke und neue Medien: Ausdrucksform und Medien des Lernbereichs Kultur und Kommunikation in der 7C und 7G wirken. Umgekehrt ist #ichhassedich als Einheit des Deutschunterrichts selbst vorbereitend oder begleitend zu den Themen Stereotypen und Vorurteile sowie Ursachen und Formen von Gewalt des Lernbereichs Ich und die anderen der 6C/6G bzw. 5C/5G zu gestalten.

Angestrebte Lernziele und Kompetenzen, Medienkompass, fächerübergreifende Kompetenzen mit Vie et Société (VIESO)

6C

6G

Lernziele aus dem Medienkompass

Fachübergreifend: Lernziele aus VIESO

    • LZC1 – Der Schüler kann Sprache als Mittel der Verständigung reflektieren.
    • LZC2 – Der Schüler kann sich sachlich und sprachlich angemessen mit Argumenten anderer auseinandersetzen und seinen eigenen Standpunkt sachlich darlegen und begründen.
    • LZC3 – Der Schüler kann auf den Kommunikationspartner eingehen und Konflikte sprachlich lösen.
    • LZC4 – Der Schüler zeigt Interesse an audiovisuellen und elektronischen Medien.
    • LZC5 – Der Schüler entwickelt ein Informationsbedürfnis und wird zum gewohnheitsmäßigen Nutzer der Medien, um sich über das aktuelle Geschehen auf dem Laufenden zu halten.
    • LZC6 – Der Schüler kann Informationen beschaffen und adressatenbezogen weitergeben. Dabei setzt er auch einfache Formen der Präsentation und Visualisierung sachgerecht ein.
    • LZG1 – Sprachwissen: Der Schüler eignet sich einen Basiswortschatz an und leistet Wortfeldarbeit zu Themen des Alltagslebens: Identität, Familie, persönliche Beziehungen, individuelle Bedürfnisse, Gefühle, Gedanken, Träume, Charakter etc.
    • LZG2 – Sprechtechnik: Der Schüler beherrscht Regeln zwischenmenschlicher Kommunikation.
    • LZG3 – Funktions- und intentionsgerechtes Sprechen: Der Schüler beherrscht ange- messene Reaktionen auf Redebeiträge und kann seine Ausdrucksweise situativ anpassen, fremde Standpunkte wahrnehmen, nachvollziehen und mit eigenen Ansichten vergleichen.
    • LZG4 – Texte in anderer medialer Form erschließen: eigene Lese- und Medienerfahrungen sowie -interessen (bevorzugte Genres, mediale Angebote, Themen, Autorinnen/Autoren) beschreiben und bewerten.
    • LZG5 – Medienerziehung: Methodenkompetenz, um mediale Formate unterschiedlichster Art verstehen, nutzen, analysieren, interpretieren und bewerten zu können.

     

  •  

    • MK1 – Informationen und Daten: 1.1 Daten, Informationen und digitale Inhalte recherchieren; 1.2 Daten, Informationen und digitale Inhalte analysieren und bewerten; 1.4 Daten, Informationen und digitale Inhalte verarbeiten
    • MK2 – Kommunikation und Zusammenarbeit: 2.1 Mit anderen zusammenarbeiten; 2.2 Daten, Informationen und digitale Inhalte teilen und publizieren; 2.3 Angemessene Ausdrucksformen verwenden (Netiquette)
    • MK3 – Erstellung von Inhalten: 3.1 Textdokumente erstellen; 3.2 Multimediale Dokumente erstellen
    • MK4 – Datenschutz und Sicherheit: 4.2 Personenbezogene Daten und Privatsphäre schützen; 4.3 Gesundheit, Wohlbefinden und Umwelt schützen
    • MK5 – Digitale Welt: 5.2 Verantwortungsvoll und kreativ mit digitalen Medien umgehen
    • VIESO1 – Handlungskompetenz: Verantwortung in persönlichen und gesellschaftlichen Entscheidungs- und Handlungssituationen übernehmen
    • VIESO2 – Argumentations- und Urteilskompetenz: Sich mit unterschiedlichen Positionen kritisch auseinandersetzen, begründet argumentieren und differenziert urteilen
    • VIESO3 – Reflexionskompetenz: Haltungen und Verhaltensmuster kritisch hinterfragen
    • VIESO4 – Fächerübergreifende Kompetenz: Verschiedene Disziplinen miteinander verbinden können
    • VIESO5 – Empathie und Perspektivübernahme: Sich in die Situation und das Erleben anderer versetzen und ihre Handlungen, Gefühle und Entscheidungen nachvollziehen
    • VIESO6 – Konfliktlösekompetenz: Lösungsmodelle entwickeln und Konflikte gewaltfrei lösen
    • VIESO7 – Diskursfähigkeit: Vernunftgeleitete Auseinandersetzungen führen und eigene Meinungen argumentativ begründen
b. Didaktische Relevanz und Begründung

Dem Deutschunterricht der 6C/6G kommt vor diesem Hintergrund ein besonderer Bildungsauftrag zu, da in den entsprechenden Kompetenzbereichen der Rahmenlehrpläne eine altersangemessene Tiefe der Sprachreflexion vorgesehen und sinnvoll umsetzbar ist, die sich in die eigene Sprach- und Textproduktion von Schülerinnen und Schülern übersetzen lässt. Dabei ist sowohl der Anschluss an lebensweltliche Zusammenhänge und Fragestellungen der entsprechenden Alterskohorte gegeben als auch an allgemeine Ziele der Medienbildung mit dem Fokus auf Sprache in Medien und Sprache als Medium – diese Faktoren sollen im Folgenden konkretisiert werden.

Zu beachten ist für die vorliegende Unterrichtseinheit die Abgrenzung zu (Cyber-)Mobbing-und Bullying-Prävention und -Intervention im Sinne systemischer Klassentrainings: Es geht nicht um Verhaltensmodifikationen des Klassenverbandes mit dem Ziel, die soziale Kohäsion zu stärken oder wiederherzustellen und auch nicht um eine allgemeine Schulung der Klasse im Umgang mit digitalen Medien und zum Verhalten bei der Onlinekommunikation. Diese Bildungsziele können gleichwohl ergänzend und begleitend – etwa im fächerübergreifenden Unterricht – hinzukommen.

c. Didaktische Reduktion

Der Schwerpunkt der Unterrichtseinheit liegt vorrangig in der Vermittlung und Schulung von sprachreflexivem Wissen und von Handlungskompetenzen zur Identifikation von Gewaltpotenzialen der eigenen Sprache (und dem präventiven Einsatz von Sprache gegenüber Gewalt).

05
Methodische Analyse

Phase 0 – Vorbereitende Hausaufgabe (THINK)

Die Ergebnisse der Hausaufgabe können auf digitalen Endgeräten gespeichert und im Unterricht präsentiert oder aber vor der Unterrichtsstunde der Lehrkraft zugesandt werden. So lassen sich bereits vorab Gruppen und Gruppenzuteilungen planen.

Sozialform und Methode: Einzelarbeit

Selbstständige Recherche und Sammlung von Beispielen gemäß der leitenden Fragestellung:

„Wo in virtuellen Medien – sozialen Netzwerken, Chaträumen, Diskussionsforen, Musik(-videos), Filmen – empfinde ich Sprache als hasserfüllt, aggressiv oder verletzend?“

 – Suche ein Beispiel, das du in der nächsten Sitzung präsentieren kannst:

  • Für Musik(-videos) und Filme: Notiere/Kopiere den Link zu dem Musikvideo oder Film und schreibe die Lyrics/das Script der betreffenden Stelle auf.

  • Für soziale Netzwerke, Chaträume, Diskussionsforen: Mache einen Screenshot und notiere/kopiere den Link der betreffenden Stelle. Achtung: Benutze keine privaten Chats oder Foren!

 

Einstieg

Sozialform: Unterrichtsgespräch; Methode: Instruktion

Der Einstieg dient der Instruktion hinsichtlich der folgenden Arbeitsschritte, die nach Pair und Share aufgegliedert sind. Ein für alle SuS sichtbarer Ablaufplan hilft dabei, die Prozesse der Gruppenarbeit und den Zeitplan nachvollziehen zu können.

 

Erarbeitung I (PAIR)

Sozialform: Gruppenarbeit; Methode: Gruppenpräsentationen in zwei bis vier Einzelgruppen, geordnet nach Medienkategorie (soziale Netzwerke/Chaträume und Diskussionsforen/Musik(­-videos)/Filme)

Ergebnissicherung zu Phase 0 – Gemeinsame Vorstellung und Sammlung eigener Beispiele in der jeweiligen Gruppe über ein Gruppen-Padlet/Gruppendokument über MS Teams

     – „Stellt euch eure Beispiele der Reihe nach vor und sammelt diese in eurem Padlet, indem ihr eure Links und/oder Screenshots sowie gegebenenfalls Textstellen notiert und einarbeitet.“

 

Erarbeitung II (PAIR)

Sozialform: Gruppenarbeit; Methode: Gruppendiskussionen über ein Placemat: Gemeinsame Analyse der vorgestellten und gesammelten Beispiele gemäß den leitenden Fragestellungen

  • „Wie werden über Sprache Hass ausgedrückt und Gewalt ausgeübt: Welche Wörter, Wortfelder (und welche Stilmittel) könnt ihr erkennen? Welche parasprachlichen Elemente (z. B. musikalische und/oder bildhafte) könnt ihr ausmachen?“

  • „Welche Motive für den Gebrauch von Hate Speech könnt ihr identifizieren – was möchte der Autor/Sprecher/Sänger warum bewirken?“

  • Ergänzende Frage zur Differenzierung: „Wie könnte man in euren Beispielen sinnvoll auf Hassrede und Wutkommentare reagieren und antworten? Welche Ideen habt ihr für lösungsorientierte Reaktionen?“

Ergebnissicherung zu Erarbeitung II über Padlet/MS Teams: „Ergänzt eure Sammlung aus der Erarbeitung I um die Ergebnisse eures Placemats. Notiert zu euren Beispielen die Antworten auf die hier gestellten Fragen.“ Wie und auf welche Art und Weise die SuS ihre Ergebnisse aus Phase I überarbeiten, kann dabei vollkommen freigestellt werden und ist durch die interaktiven Möglichkeiten etwa von Padlets vorstrukturiert.

 

Erarbeitung III (SHARE)

Sozialform: Klassenplenum; Methode: moderierte Diskussion

Präsentation der Gruppenergebnisse und Diskussion im Plenum gemäß den leitenden Fragestellungen

  • „Welche Gemeinsamkeiten (z. B. betreffend Wortwahl, Wortfelder, parasprachliche Kontexte, Motive) stellt ihr in den verschiedenen Beispielen zu und den Ausdrucksformen von Hate Speech fest?“

  • „Welche Unterschiede könnt ihr feststellen – welche Ausdrucksformen von Hate Speech sind an ein bestimmtes Medium oder an ein bestimmtes Motiv gebunden?“

  • „Was an Hate Speech ist positiv zu beurteilen – was an Hate Speech ist negativ zu beurteilen?“

  • Ergänzende Frage zur Differenzierung: „Was würdet ihr basierend auf euren Beispielen, Analysen und Ergebnissen zensieren, was gehört für euch zur freien Meinungsäußerung? Begründet eure Einschätzung sorgfältig.“

Sicherung der Diskussionsergebnisse über Dokumentation an Tafel/Whiteboard und anschließende Integration in ein Klassenpadlet, auf dem die Sammlungen und Ergebnisse aus allen Gruppen zusammengeführt werden.

06
Differenzierung

Die Differenzierung kann in der vorgestellten Unterrichtseinheit einerseits über Scaffolding erfolgen: Statt einer freien Auswahl an eigenen Beispielen können für die vorbereitende Hausaufgabe die Gruppeneinteilungen vorab erfolgen und Schülerinnen und Schüler je nach sprachlicher Kompetenz und/oder Leistungsstand mit der Recherche von Beispielen zu Hate Speech in sozialen Netzwerken, Chaträumen und Diskussionsforen, Musik(-videos) oder Filmen beauftragt werden. Die Vorgabe von durch die Lehrkraft vorab ausgewählten Beispielen kann als Impuls fungieren, birgt jedoch die Gefahr, dass der intuitive Zugang zum Phänomen verstellt wird.

Für die Erarbeitungsphasen können weiterhin strukturierende Kategorien zur Orientierung eingeführt werden (vgl. BEE SECURE).

Andererseits können die Aufgabenstellungen in den Einzelgruppen über ergänzende Fragestellungen zur Reflexion der Metaebene erweitert werden, um Deckeneffekten zu begegnen. So lässt sich die kritische Analyse von Hate-Speech– mit dem Free-Speech-Movement kontrastieren und auf die Frage zuspitzen, ob eine Kultur der freien Meinungsäußerung nicht durch die #nohatespeech-Bewegung beschnitten oder gar zensiert wird (vgl. Rieg 2018).

07
Im Rahmen der Unterrichtsreihe zu erfüllende Qualitätskriterien
  • Luxemburgspezifika: Hate Speech und sprachliche Gewalt nehmen gerade auch an Luxemburger Schulen (vgl. die Sachanalyse unter 03) rasant zu und stellen ein Risiko für Kinder und Jugendliche mit negativen Folgeerscheinungen auch im Erwachsenenalter dar. Die Analyse von sprachlichen Gewaltpotenzialen einerseits sowie die Schaffung von Grundlagen zur Kultivierung rationaler Argumentation andererseits stellen einen wesentlichen Baustein dar, um diesen Prozessen in einer mehrsprachigen und multikulturellen Gesellschaft entgegenzuwirken.
  • Digitale Komponente: Digitale Medien und digitale Kompetenzen sind sowohl inhaltlich wie auch formal berücksichtigt und stellen einen zentralen Aspekt der Unterrichtseinheit dar.
  • Interaktiv: Interaktivität wird sowohl über die Sozialformen im Präsenzunterricht wie auch über die digitale Umsetzung über Plattformen für den Gruppenaustausch gewährleistet.
  • Differenzierend: Vgl. Differenzierungsmöglichkeiten unter 6.
  • Faire Leistungsbewertung von alternativen Lernprodukten: Die Unterrichtseinheit gibt sowohl über die formalen Alternativen im methodischen Aufbau (vgl. 5.) wie auch durch die unter 6. konkretisierten Differenzierungsmöglichkeiten einen weiten pädagogischen Handlungsspielraum zu Bewertung alternativer Lernprodukte.
  • Medienkompetenzrahmen: Die im Medienkompass anvisierten Kompetenzen sind Bestandteil des didaktischen Rahmens der Unterrichtseinheit und werden darüber hinaus in den fächerübergreifenden Lernzielen (vgl. die didaktische Analyse unter 04) besonders berücksichtigt und konkretisiert.
  • 4-K-Modell: Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und Kritisches Denken werden sowohl fachspezifisch wie auch fächerübergreifend auf der inhaltlichen (vgl. die angestrebten Lernziele und Kompetenzen unter 4.) und formalen Ebene (vgl. die methodische Analyse unter 05) fokussiert und geschult.

08
Stundenverlaufsplan


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Literatur

(Alle Verweise wurden vor Drucklegung geprüft)

Internetseite von BEE-SECURE, einer gemeinsamen Initiative des luxemburgischen Ministeriums für Wirtschaft, des Ministeriums für Familie, Integration und die Großregion und des Ministeriums für Bildung, Kinder und Jugend: https://pitt.lu/ext/beesecure.

Bilz, Ludwig/Goldfriedrich, Martin/John, Nancy/Fischer, Saskia M./Wachs, Sebastian/ Schubarth, Wilfried/ (2018). Mobbing in der Schule: Auswirkungen auf das Wohlbefinden und Möglichkeiten der schulischen Prävention. In: Katharine Rathmann/Klaus Hurrelmann (Hg.): Leistung und Wohlbefinden in der Schule: Herausforderung Inklusion. Weinheim u. a., S. 121–138.

Heinz, Andreas/Duin, Claire van/Kern, Matthias Robert/Residori, Caroline/Catunda. Carolina/Willems, Helmut (2018): Mobbing in der Schule. In: HBCS-Factsheets Luxemburg, Nr. 13 vom 8. Oktober 2018. https://pitt.lu/ext/bullying.

Ministère de l’Education nationale, de l’Enfance et de la Jeunesse (o. J.): Leben und Gesellschaft/Vie et Société. Rahmenlehrplan für das Fach Leben und Gesellschaft/Vie et Société. Luxemburg. https://pitt.lu/ext/lebengesellschaft.

Pieschl, Stephanie/Porsch, Torsten (2012): Schluss mit Cybermobbing! Das Trainings- und Präventionsprogramm „Surf-Fair“ Weinheim.

Rieg, Timo (2018): Hate Speech. Ein bisschen Hass darf sein. In: Deutschlandfunk Kultur vom 23. Februar 2018. https://pitt.lu/ext/hatespeech.

Schubarth, Wilfried (2019): Gewalt und Mobbing an Schulen. Möglichkeiten der Prävention und Intervention. 3. Aufl. Stuttgart.

str (2020): Wider das Mobbing an Schulen. In: Luxemburger Wort vom 20. Januar 2020. https://pitt.lu/ext/mobbing.

Steffgen, Georges/Vollink, Trijntje/Dehue, Francine (2010): Cyberbullying in the BeNeLux-Countries: First findings and ways to address the problem. In: Joaquin Mora-Mercháns/Thomas Jäger (Hg.): Cyberbullying: a cross-national comparison. Landau,  S. 35–54.

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